“Feinkost” direkt aus der Natur

Wild gewachsene Naturprodukte sind weltweit sehr begehrt. Laut Statistiken der UN und der FAO liegt der Jahresumsatz dieser Produkte in Milliardenhöhe.

Die Verwendung biologisch angebauter Lebensmittel ist ein wachsender Trend. Die Zahl an Allergien steigt und die Risiken von Chemikalien sind bekannt. Verbraucher wollen sichere Rohstoffe – das gilt am Esstisch und auch im Bad. Vor diesem Hintergrund bildet die Reinheit das höchste Gut der finnischen Natur. Der Boden enthält sehr wenig schädlingsbekämpfende Substanzen und die Sauberkeit von Luft und Gewässern gilt weltweit als Spitzenklasse.

“Wild Food ist uns Finnen vertraut. Seit jeher verwenden wir Essen direkt aus Wäldern und Seen in unserer Küche”, merkt die Direktorin der ELO-Stiftung Seija Kurunmäki an.

Die ELO Stiftung fördert die finnische Ernährungskultur und den Food-Tourismus. Die Stiftung veranstaltet zahlreiche Wettbewerbe in der Gastronomie und wählt z. B. das finnische Team für den Kochwettbewerb “Bocuse d‘Or” aus. In den letzten Jahren hat sich die Stiftung das Verwenden finnischer Naturnahrung für sich entdeckt. Finnische Naturnahrung – das bedeutet wilde Kräuter, Gemüse, Fisch, Beeren, Pilze und Wild. Vor ihrer Tätigkeit für die ELO Stiftung arbeitete Seija Kurunmäki lange in der Lebensmittelindustrie. Sie ist davon überzeugt, dass der Nahrungsmitteltourismus in der Natur ein wachsender Trend ist. Die Menschen wollen heutzutage einfach zu ursprünglicher Ernährung zurückkehren.

“Es gibt einen Boom im Bereich wild wachsender Nahrungsmittel in Finnland, der durch die sehr starke Verbindung der Finnen zur Natur gefördert wird. Für die Finnen ist es selbstverständlich, Essen aus dem Wald zu holen. Das sogenannte “Jedermann-Recht” macht das möglich. Es erlaubt jedem, zeitweise in einer bestimmten Entfernung zu Häusern zu campen, Waldfrüchte sowie Pilze zu sammeln und Fische mit Rute oder Leine zu angeln. Ausländische Küchenchefs sind immer wieder überrascht, dass Kräuter und Beeren fast überall gepflückt werden dürfen”, berichtet Frau Kurunmäki.

Die ELO-Stiftung hat bereits Schulungen rund um das Thema “Wild Food Kultur” für professionelle Köche durchgeführt. Diese Schulung ist die erste ihrer Art auf der Welt: Wildfische, Pilze, Beeren und Wild landen dabei auf den Schneidebrettern der Köche. Das Außergewöhnliche an diesem Kurs ist, dass wild wachsende Nahrung nur selten in Restaurants serviert wird.

Top Restaurantes kaufen Wild Food

Nach Ansicht von Seija Kurunmäki ist die Wertschätzung für Nahrung aus der nahegelegenen finnischen Natur gewachsen.

Natürliches Essen bildet einen Teil dieser neuen Begeisterung. So wird eine „Wilde Kräuterwoche“ jeden Frühsommer gefeiert. Die ersten Knospen locken viele Menschen zum Wandern in die Wälder. Auch die vier Jahreszeiten und ihre saisonalen Produkte werden wieder mehr geschätzt. Im Frühjahr wird nach Kräutern gesucht, im Sommer nach Beeren und im Herbst sammelt man Pilze.

“In Finnland wimmelt es nur so von Nahrungsmitteln aus der Natur. Viele der Kochbücher über natürliches Essen wurden in Finnland veröffentlicht. Dadurch ist das Interesse am Sammeln von Pilzen und Beeren gewachsen. Sogar die besten Restaurants in Helsinki servieren sogenanntes “Wild Food”. Heutzutage ist es weit verbreitet, dass die Chefköche der Top-Restaurants morgens Wildkräuter sammeln.”

Zudem gibt es viele Fische in Finnlands sauberen Seen und Wild in den Wäldern.

“Jagdclubs oder Gebühren fürs Jagen gibt es nicht. Jagen als Hobby ist für den normalen Bürger leicht zugänglich: Pro Jahr erwerben in Finnland etwa 300.000 Menschen eine Jagdlizenz – im Verhältnis zur Bevölkerung ist das eine große Zahl.”

Finnland hat das grösste biologische Anbaugebiet der Welt

Laut dem Ruralia Institut der Universität von Helsinki, verfügt Finnland über das mit 11,6 Millionen Hektar größte zertifizierte Bio-Anbaugebiet. Das sind 30 % des weltweiten Bio-Anbaugebiets und fast 38 % der Fläche Finnlands. 99 % der Wälder und Sümpfe Lapplands sind in dieser ökologischen Zertifizierung enthalten.

Nach Angaben des finnischen Bio-Forschungsinstituts könnten bis zu 87 % der Gesamtfläche Finnlands offiziell als biologisches Land zertifiziert werden. Biologisches Anbaugebiet bedeutet, dass dort in den letzten drei Jahren weder chemische Düngemittel noch Kontrollsubstanzen verwendet wurden.

Kontrolliert werden diese Bio-Anbaugebiete von den Zentren für wirtschaftliche Entwicklung, Verkehr und Umwelt (ELY-Zentren) und dem finnischen Zentrum für Wälder. So kann man Waldbeeren in einem Bio-Anbaugebiet eindeutig als biologisch zertifizieren. Über drei Millionen Kilogramm Bio-Heidelbeeren und fast 90.000 Kilogramm Bio-Moltebeeren wurden im Jahr 2014 gesammelt.

Laut Studien ist die Lebensmittelsicherheit roher finnischer Waldbeeren ebenfalls Spitzenklasse. Der Verzehr dieser Wildbeeren ohne jegliche Wärmebehandlung gilt weltweit als einzigartig.

“In letzter Zeit wurden viele wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen, die den positiven Einfluss von Outdoor-Aktivitäten im Wald auf Gesundheit und Wohlbefinden bestätigen. Im finnischen Wald zu sein und von der Natur beschenkt zu werden, ist eine hervorragende Art zu reisen”, empfiehlt Seija Kurunmäki.

Ari Turunen (6.3.2017), Uptopoint

 

Die ELO-Stiftung

Die ELO-Stiftung (Stiftung zur Förderung der finnischen Ernährungskultur) bringt die Macher, Visionäre und Ressourcen der finnischen Ernährungskultur an einem Tisch zusammen. Sie engagiert sich dabei in verschiedenen Kooperationen, um die Attraktivität der finnischen Ernährungskultur zu erhöhen. Zu ihren wichtigsten Tätigkeitsfeldern seit Anfang 2009 gehören die internationalen Bocuse d‘Or Kochweltmeisterschaften und die nationalen “Koch des Jahres” und “Kellner des Jahres”-Wettbewerbe. www.elo-saatio.fi/de

FinRelax-programme, Visit Finland
www.visitfinland.com/finrelax

”Wild Food ist uns Finnen vertraut. Seit jeher verwenden wir Essen direkt aus Wäldern und Seen in unserer Küche.”

Nach Angaben des finnischen Bio-Forschungsinstituts könnten bis zu 87 % der Gesamtfläche Finnlands offiziell als biologisches Land zertifiziert werden

FinRelax-programme, Visit Finland
www.visitfinland.fi/tuoteteemat/hyvinvointimatkailu