Entschleunigung und neue Lebenskraft

Ein Ausflug in die Natur belebt und vitalisiert. Schon ein kurzer Aufenthalt im Freien mit etwas Bewegung erfrischt das Gemüt, hebt das Selbstvertrauen, fördert die Konzentration und baut Stress ab. Mit offenen Augen für die Reize der Landschaft und die kleinen Naturwunder entlang des Wegs wird bereits ein einfacher Spaziergang zu einem beflügelnden Erlebnis für Geist und Seele. In Finnland ist der Weg zu den Perlen der Natur nirgendwo weit. Gönnen Sie sich eine Auszeit fern vom Alltagslärm und genießen Sie unsere Natur und Kultur!

Die Geräusche des Wassers, Wellenrauschen, das Plätschern eines Bächleins, das Rauschen der Stromschnellen sind angenehm und beruhigend. Die Nähe von Wasser kann man oft riechen und schmecken. Der Wald wirkt sich in vielfacher Weise positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus, lindert die Anspannung und verbessert die Laune. Die alte finnische Redensart, derzufolge „die Seele in der Landschaft ruht“, erklärt sich beim Betrachten unserer Wälder und Seen von selbst. In diesem Artikel präsentieren wir Ihnen einige der sehenswertesten Landschaften Finnlands.

Urwüchsiges Lieksa – die Stille der Natur und das Tosen der Stromschnellen

Die Ortsmitte von Lieksa liegt direkt am Ufer des glitzernden Pielinen-Sees gegenüber von Finnlands wohl bekanntestem Berg, dem Koli. Sein Gipfel zählt seit mehr als hundert Jahren zu den beliebtesten Motiven der finnischen Kunst. Von Lieksa aus nach Osten erstreckt sich eine majestätische Grundmoränenlandschaft mit felsigen Hügeln, Sandhöhen, klaren Seen und zahlreichen Naturschätzen, in die sich nur wenige verirren. Durch die im Sonnenlicht rötlich schimmernden Kiefern des Waldes von Änäkäinen schallt der Ruf des Kuckucks und der kleine See Ritojärvi funkelt zwischen dem Moor Kylkisuo und Ritosärkä. Eine Wanderung entlang dieses pittoresken Geländerückens tut Leib und Seele gut. Der Weg führt weiter zum Campingplatz Ruunaa, einem schon seit den sechziger Jahren beliebten Ausgangspunkt für Wildwassertouren. Die umgebende Waldlandschaft mit ihren Sümpfen, Tümpeln und mehr als hundert Jahre alten Bäumen ist bekannt für ihre reiche Vogelwelt.

Auch in kultureller Hinsicht hat Lieksa eine Menge zu bieten. Am Ostufer des Pielinen befinden sich Finnlands zweitgrößtes Freilichtmuseum, das Atelier „Paateri“ der Malerin Eeva Ryynänen sowie das Blockhaus „Monola“, in dem schon Jean und Aino Sibelius auf ihrer Hochzeitsreise gastierten.

https://www.visitkarelia.fi/de/Nordkarelien

Heinolas wunderschöner Stadtpark und mystisches Pirunkirkko

„Atme tief ein und wieder aus. Lausche den Stimmen der Natur, dem Gesang der Vögel, dem Plätschern des Wassers. Schnuppere den Waldesduft. Lass dich verzaubern von der Natur, ihren Stimmen und ihren Düften.“

Die Grundlagen des nationalen Stadtparks von Heinola wurden bereits von den Stadtplanern des ausgehenden 18. Jahrhunderts gelegt. Sein prägendes architektonisches Element ist die breite Allee „Perspektiivi“. In dem historischen Park verbinden sich stadtnahe Natur, gepflegte Grünanlagen und lebendige Stadtkultur. Die faszinierenden Gebäude erzählen die jahrhundertelange Geschichte der Stadt. Heinolas beeindruckendstes Naturdenkmal ist die massive Felsformation „Pirunkirkko“, die einem riesigen Schutzunterstand gleicht. Ihr Name bedeutet „Teufelskirche“ und sie scheint über die Schwerkraft erhaben zu sein – aus der Nähe noch atemberaubender als auf Fotos! Erzählungen nach diente sie in früheren Zeiten ebenso als Fluchtort vor heranrückenden russischen Truppen wie als Stätte, in der Wunderheile ihre Kräfte ausübten. In der weitgehend unbebauten Wald- und Seenlandschaft um Heinola wird der Friede der Natur durch nichts gestört. Auf dem See Paistjärvi kann man baden, am Sandstrand baden oder auf der Landenge Beeren pflücken.

http://visitheinola.fi/en

Vogelstimmen und Kulturgeschichte in Kokemäki

Zum Ende der letzten Eiszeit waren die Felsrücken dieser Flusslandschaft noch von Meer bedeckt. Durch die Landhebung verschob sich die Küstenlinie nach Westen und vorgelagerte Inseln verschmolzen mit dem Festland. Durch die Verlandung eines Binnensees entstanden die Sümpfe des heutigen Nationalparks Puurijärvi-Isosuo. In dieser von gewaltigen Naturkräften geformten Landschaft entstand im Mittelalter der lebhafte Marktflecken Teljä. Von landesweiter kultureller Bedeutung ist Finnlands ältestes Blockhaus in Ylistaro, der Legende nach das Predigthaus des heiligen Heinrich, in der die letzte Nacht vor seiner Ermordung verbrachte.

Eine Naturoase inmitten der Kulturlandschaft von Satakunta ist der als Vogelparadies bekannte Nationalpark Puurijärvi-Isosuo, der bei jedem Besuch ein neues, faszinierendes Schauspiel garantiert. Die Gesänge von Wiesenpieper und Schafstelze schallen durch die Sümpfe, in denen auch zahlreiche Watvogelarten brüten. Der wunderschön am Ufer des Kokemäenjoki gelegene Gutshof Ali-Ketola ist ein idealer Ausgangspunkt für Paddeltouren. man lässt sich mit dem Kanu dahintreiben, hält an an ruhigeren Abschnitten inne und genießt die Düfte und Stimmen des Flusses!

kokemaki.fi/in-english/

Auszeit in Somero – Selbsterfahrung in der Stille der Natur

„Halte inne, konzentriere dich auf die Stille und gönne deinem Kopf etwas Urlaub. Auch das Gehirn braucht ab und zu Ruhe vom Alltag. In einer Auszeit mit Poesie wird die Stille von zarten Gedichten umrahmt und der Geist schöpft neue Kraft.“

Das von malerischen Seen und wogenden Feldern umgebene Städtchen Somero liegt zwischen gleich drei Nationalparks: der Nationalpark Liesjärvi mit dem gleichnamigen See, der Nationalpark Torronsuo mit einzigartigen Moorlandschaften und der Nationalpark Teijo an der Küste. Somero selbst lockt mit wunderschöner Natur und vielfältigen Ausflugszielen. Die an die grünen Hügel Schottlands erinnernden Feuchtwiesen von Häntälä verwandeln sich im Frühjahr und Sommer in ein farbenfrohes, duftendes Blumenparadies. Der Metsäkoivula-Naturpfad führt durch immergrüne Moose und Flechten hinauf auf den Felsgipfel, der eine traumhafte Aussicht über die von knorrigen Kiefern eingerahmte Landschaft bietet.

Wer den Alltag komplett hinter sich lassen möchte, findet in Somero den idealen Rückzugsort. Kommen Sie im Schweigeseminar zur Ruhe, entdecken Sie im Selbstfindungsworkshop ihre inneren Stärken und öffnen Sie sich für Ihre Träume oder finden Sie im Poesie-Seminar neue Ausdrucksformen für Ihre Gedanken und Gefühle.

www.visitsomero.fi/in-english/home/

Das Naturparadies Saimaa und den vorzüglichen Service von Imatra

Vor Jahrtausenden fräste sich der Fluss Vuoksi mit unermüdlicher Energie eine Schneise durch den Granit – als Ergebnis entstand die Stromschnellen von Imatra. Der westlich des Flussbetts befindliche Kruununpuisto ist Finnlands ältester Naturpark und eine Fundgrube für historische und geologische Schätze. Das Jugendstilhotel „Imatran Valtionhotelli“ an den Stromschnellen gilt als schönstes Gebäude Finnlands und verwöhnt seine Gäste mit Luxusambiente und kulinarischen Genüssen. Schon die russische Zarin Katharina die Große machte mit ihrem Hofstaat in Imatra Station, um die Stromschnellen zu bestaunen, in denen das Wasser durch das enge Bett stürzt und einen Augenblick des Innehaltens gebietet. Die unbändige Kraft des ewig strömenden Wassers zieht das Auge unweigerlich in den Bann.

Die von den Wellen freigespülten Strandsedimente der Insel Lammassaari im Saimaa-See lassen die Entwicklung der Küste über die Jahrhunderte anschaulich nachvollziehen. Unbedingt einen Abstecher wert sind auch der Aussichtspunkt am See Rautjärvi, der Berg Haukkavuori und der gewaltige, nahezu freischwebend auf dem darunterliegenden halbrunden Stein schon Jahrhunderte lange balancierende Felsbrocken Kummakivi.

www.gosaimaa.com/de

Bezauberndes Inselstädtchen im Schoß der Wellen: Kaskinen

„In der Natur bleiben die Sinne wach. Das Glucksen und Rauschen der Wellen hat eine beruhigende Wirkung. Die harmonischen Farbschattierungen der Meereslandschaft beleben Augen und Hirn. Geist und Seele finden Entspannung und neue Kraft für den Alltag.“

Ein Rundgang durch die Parks und über die Plätze von Kaskinen ist wie ein Ausflug in die Vergangenheit. In der heutigen Holzarchitektur lässt heute noch den Stadtplan von 1765 erkennen. Die Seefahrtstradition der Stadt ist lebendig – beispielsweise in der alten Fischräucherei von Kalaranta. Neben einem Laden mit Räucherfischspezialitäten finden Sie hier ein Café, das an den Sommerwochenenden auch leichte Fischgerichte im Angebot hat. Sie können im ehemaligen Pökelraum essen oder über dem Wasser auf der Stegterasse. In unmittelbarer Nähe der Räucherei erwartet Sie das Fischereimuseum mit unzähligen Geschichten über Leben und Arbeit der örtlichen Fischer. Die charmanten Holzhäuser entlang der rechtwinkligen Straßenzüge fügen sich harmonisch in die maritime Natur der Inselumgebung ein.

Nur eine kurze Bootsfahrt entfernt liegt die Leuchtturm- und Lotseninsel Sälgrund. An der Südspitze erhebt sich der rotweiße Leuchtturm und über durch die Brandung glattgeschliffenen Felsen öffnet sich der weite Blick aufs offene Meer. Im Sommer werden hier Jogawochen, Malkurse sowie Übernachtungsmöglichkeiten angeboten.

visitkaskinen.fi/en

Auf Zeitreise durch die Kulturlandschaften von Valkeakoski

Das idyllische Sääksmäki ist die Perle von Valkeakoski. Der Bergrücken Rapolanharju bietet nicht nur eine atemberaubende Aussicht, sondern auch tiefe Einblicke in Finnlands Frühgeschichte. Er diente mindestens von 800-1250 als Festungsberg und ist heute eine der bedeutendsten archäologischen Fundstätten. Die jahrhundertelange Wohnnutzung hat auch in der umgebenden Natur ihre Spuren hinterlassen, insbesondere in der Flora. Der Rundweg um die Anhöhe führt durch eindrucksvolle Moränen- und Hainlandschaften mit uralten Fichtenbeständen und Zeugnissen menschlicher Besiedlung. Im nahegelegenen Kunstzentrum Voipaala finden Ausstellungen und Konzerte statt.

Die im nationalromantischen Stil gehaltene Villa Visavuori war Wohnhaus und Atelier des Bildhauers Emil Wikström, das erste sogenannte „Atelier in der Wildnis“. Die Abgeschiedenheit in der Natur suchten alle finnischen Künstler, die in der Welt studiert hatten: Axel Gallén-Kallela, Pekka Halonen, Jean Sibelius, Eero Järnefelt. Visavuori ist nahezu unverändert geblieben seit den Zeiten, als Wikström hier lebte und arbeitete, und gibt mit Garten, die sich zum See Vanajavesi öffnet, Zeugnis über das Künstlerleben von vor rund hundert Jahren.

www.valkeakoski.fi/portal/english/tourism/

Waldesstille im Nationalpark Teijo

„Natur ist ein Sinneserlebnis. Düfte, die Bewegungen der Luft, die Temperatur – die Sinneseindrücke der Natur sind vielfältig. Der Gesang der Vögel schmeichelt dem Ohr. Mit den Händen spürst Du die raue Baumrinde und das weiche Moos – verweile in der Natur, umarme einen Baum oder ruhe dich auf dem weichen Untergrund aus.“

Der Nationalpark Teijo liegt zwischen Turku und Helsinki und ist von beiden Städten aus schnell zu erreichen. Er liegt inmitten der wunderschönen südwestfinnischen Küstenregion und repräsentiert die Vielseitigkeit der finnischen Natur im Kleinen. Schon auf einer kurzen Wanderung erleben Sie das Mosaik von Seen, Mooren, Wald und Bächen ebenso wie den Salzgeschmack der Schären. Hier können Sie innehalten, dem Wind lauschen und Eile und Stress weit hinter sich lassen. Diese wohl ursprünglichste aller Therapieformen erhöht das Konzentrationsvermögen, hilft in komplizierten Lebenssituationen und stärkt die Beziehung zu Natur und Mitmenschen.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Nationalparks liegen die idyllischen Eisenhüttendörfer Mathildedal, Teijo und Kirjakkala, in denen die Zeit der Verhüttung noch zu spüren ist und eine Stimmung der Verlangsamung im Leben. Seinen Ruf als Hipster-Mekka von Finnland verdankt Mathildedal drei genussorientierten lokalen Kleinbetrieben: Bäckerei, Brauerei und Schokoladenmanufaktur. Für einen Tag oder für ein Wochenende können Sie in Teijo auf das besinnen, was im Leben wirklich zählt!

www.saloon.fi/en/

 

 

Die Kapelle vom Heinrich im Kokemäki.

 

Nationallandschaften von Valkeakoski

Die mobile App Kaskinen – Kaskö ist kostenlos bei Google Play und im AppStore erhältlich und bietet Reisenden umfassende Informationen zu Angeboten und Sehenswürdigkeiten.