Die finnische Seenlandschaft: Sommerhäuser, Saunas und Wasser, so sauber, dass man es trinken kann

Die finnische Seenlandschaft ist das beliebteste Ferienziel der Finnen. Es gibt zahlreiche Gegenden in Finnland, deren Einwohnerzahl sich in den Sommermonaten verdoppelt. Hunderttausende Sommerhäuser und Strandsaunen verstecken sich in den Wäldern, die die Seen umgeben. Das größte Spa der Welt ist friedlich und sauber.

In der finnischen Seenlandschaft gibt es mehr Wasser als Land. 80.000 Quadratkilometer Seengebiet. Die zahllosen Seen sind miteinander verbunden, sodass es manchmal kaum möglich ist, zu sagen, wo ein See endet und ein anderer beginnt. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es ein größeres Seenlabyrinth. Der labyrinthische Eindruck wird durch die unzähligen Inseln noch verstärkt. Mehr als die Hälfte der 180.000 Inseln in Finnland sind Binneninseln.

Schwimmen im Saimaa-See.

Die finnische Seenlandschaft erstreckt sich über circa ein Viertel der Oberfläche Finnlands. Sechs der zehn größten finnischen Seen befinden sich in der finnischen Seenlandschaft: der Suur-Saimaa-See, der Päijänne-See, der Iso-Kalla-See, der Keitele-See, Der Iso-Längelmävesi-See und der Puulavesi-See.

Die Binnengewässer bedecken 10 % der Oberfläche Finnlands; das ist mehr als in irgendeinem anderen Land. Es gibt 187.888 Seen und mehr als 170.000 Kilometer Uferlinie. An einigen Orten sind sogar bis zu 70 % der finnischen Seenlandschaft von Wasser bedeckt.

Heinävesi.

Die Eiszeit hat im heutigen Landschaftsbild des Seengebiets deutliche Spuren hinterlassen. Der Kontinentalgletscher schuf die Seenbecken, deren Wasserqualität ausgezeichnet ist. Die Becken werden durch lange Moränenrückenformationen getrennt, die das Eis vor 10.000 Jahren in der Landschaft hinterlassen hat. Als das Land nach dem Ende der Eiszeit anstieg, wurde die direkte Verbindung zum Meer abgeschnitten. Europas einzige Inlandsrobbe, die Saimaa-Ringelrobbe, lebt im Kolovesi- und im Linnansaari-Nationalpark. Die Spezies wurde vor ungefähr 8.000 Jahren in Saimaa vom Meer abgeschnitten.

Vor 6.000 Jahren waren die großen Seen der finnischen Seenlandschaft, wie der Päijänne, der Kallavesi und der Saimaa, ein einziger See. Die Wasserwege der Seenlandschaft wurden von den Menschen der Steinzeit für die Jagd genutzt, da sie auf ihnen am schnellsten dem Wild folgen konnten. Noch heute nutzen wir Boote und Schlitten, auch wenn diese heutzutage motorisiert sind.

Es gibt 187.888 Seen in Finnland, d. h. für jeden zweiten Quadratkilometer einen See. Beinahe jede finnische Familie hat ein Sommerhaus. Berücksichtigt man die Ufer, gibt es für jeden Einwohner Finnlands 59 Meter Uferlinie.

100.000 der finnischen Inseln sind Binneninseln. Beinahe 1.000 Inseln auf dieser großen Insel befinden sich in den Seen anderer Inseln der großen Insel. Die Inseln im Inneren Finnlands bilden gemeinsam eine Uferlänge von 43.496 Kilometern.

Saimaa-See.

Das Wasser von 80 % der Seen ist von guter oder ausgezeichneter Qualität. Und auch die übrigen Seen der finnischen Seenlandschaft stehen dem nur wenig nach. Das Wasser der großen Seen Saimaa, Päijänne und Puula ist ausgezeichnet und sogar trinkbar. Die Hauptstadt erhält ihr Trinkwasser aus Päijänne. Das Wasser fließt durch den zweitlängsten Tunnel in die Wasserhähne Helsinkis.

In der Europäischen Union gibt es 93 Seen mit mehr als 100 Quadratkilometern Fläche. 47 dieser Seen befinden sich in Finnland. Die meisten von ihnen in der finnischen Seenlandschaft. In Finnland befinden sich mehr dieser Seen als in allen anderen EU-Ländern zusammen.

Die vor mehr als 9.000 Jahren am Ende der Eiszeit entstandenen Kies-Moränenrücken sind ein typischer Anblick im Gelände. Als die Pyynikinharju-Grenze vor 6.300 Jahren einstürzte, floss das Wasser aus dem Näsijärvi-See über Tammerkoski in den Pyhäjärvi-See und weiter in den Kokemäenjoki-Fluss. Die Pyynikinharju-Moräne, die während der Eiszeit geformt wurde, ist mit ihren 162 Metern die höchste Kies-Moräne der Welt.

Die Punkaharju-Moräne besteht aus mehreren Moränen und erstreckt sich über beinahe sieben Kilometer. Die Moräne entstand beim Rückzug des letzten Kontinentalgletschers. In der Vergangenheit diente der Moränenrücken den Holzarbeitern als Route. Der Bereich ist ein Naturschutzgebiet, das von der Finnish Forest Association verwaltet wird.

Die 8 Kilometer lange Pulkkilanharju-Moräne, ein Überbleibsel der Eiszeit, verbindet die zwei Gemeinden (Asikkala und Sysmä) mit den meisten Sommerhäusern und Saisonbewohnern in Päijänne. Ein Teil des Moränenrückens gehört zum Päijänne-Nationalpark. Der Moränenrücken hat eine große Bedeutung für die Beobachtung von Zugvögeln.

Pulkkilanharju. Päijänne See.

Suur-Saimaa ist der viertgrößte See Europas. Die gemeinsame Uferlinie des labyrinthartigen Suur-Saimaa-Sees und seiner Inseln erstreckt sich über 14.850 Kilometer. Das ist mehr als doppelt so lang als die Ufer des Kaspischen Meeres, dem größten See der Welt. Im Suur-Saimaa-See liegen mehr als 13.710 Inseln. Er belegt damit weltweit den zweiten Platz.

Der Puulavesi-See und der benachbarte Kyyvesi-See bieten eine Kajakroute, die durch Naturreservate führt. Auf der mehr als 100 Kilometer langen Route, die sich entlang des Naarajoki-Flusses und des Kyyvesi-Sees nach Puula erstreckt, besteht überall die Möglichkeit zu campen.

In der finnischen Seenlandschaft lässt sich nur schwer erkennen, wo ein See aufhört und ein anderer beginnt. Die Kette der Seen erstreckt sich ununterbrochen hunderte Kilometer weit. Die drei Wassersysteme in der finnischen Seenlandschaft (Vuoksi, Kymijoki und Kokemäki) umfassen 40 geschlossene und 30 offene Kanäle. Zu seiner Blütezeit erstreckte sich der Holzkanal in den Binnengewässern Finnlands über 40.000 Kilometer.

 

Ari Turunen (19.6.2018), Uptopoint.fi

 

Die finnische Seenlandschaft

DIE GEMEINDE MIT DEN MEISTEN SOMMERHÄUSERN: A. Puumala, B. Mäntyharju, C. Pälkäne, D. Asikkala, E. Kangasniemi, F. Sysmä, G. Ruokolahti, H. Taipalsaari. GESCHLOSSENE KANÄLE:1. Herraskoski. 2. Murole. 3. Valkeakoski. 4. Lempäälä. 5. Neituri. 6. Kuhankoski. 7. Kerkonkoski. 8. Kiesimä 9. Kolu. 10. Vaajakoski. 11. Keitele. 12. Kalkkinen. 13. Vääksy. 14. Pyhäkoski. 15. Juankoski. 16. Karjalankoski, Juankoski. 17. Ahkiolahti, Maaninka. 18. Lastukoski, Nilsiä. 19. Saarikoski, Runni. 20. Nerkoo. 21. Naapuskoski. 22. Konnus. 23. Taipale 24. Karvio, 25. Kerma, 26. Pilppa. 27. Vihovuonne. 28. Varistaipale. 29. Taivallahti. 30. Kaltimo. 31. Kuurna. 32. Joensuu. 33. Saimaa

 

Ein Drittel der Finnen sind Freizeitfischer und es ist einfach, einen Angelschein zu bekommen.

An einigen Orten sind sogar bis zu 70 % der finnischen Seenlandschaft von Wasser bedeckt.

Es gibt 187.888 Seen in Finnland, d. h. für jeden zweiten Quadratkilometer einen See.

Weitere informationen: Finland Land of Islands and Waters. The Island Committee, Ministry of Employment and the Economy, Esko Kuusisto, 2009