Das Land des reinen Quellwassers

Finnland zählt weltweit zu den Ländern mit den meisten Wasserressourcen. Die Moränenrücken, die einen Teil der typisch finnischen Landschaft darstellen, enthalten ausgezeichnetes Grundwasser, das in Quellen an die Oberfläche tritt.

Nur etwa 3 % des Wasservorrates der Welt ist Süßwasser. Das meiste Süßwasser findet sich in Gletschern und nur 0,5 % dieser Wasserressourcen stehen dem Menschen zur Verfügung: in Seen, Flüssen und Grundwasser.

Einer der bemerkenswertesten Aspekte der finnischen Landschaft sind die aufeinander folgenden Moränenrücken, die bis zu mehrere hundert Kilometer lang sind und alle zehn bis zwanzig Kilometer auftreten. Die Moränenrücken Finnlands grenzen an Seenbecken und enthalten riesige Grundwasservorkommen. Zwei große Grenzformationen des alten Gletschers (der Salpausselkäs) enthalten die größten Grundwasserressourcen Finnlands. Die Grundwasser enthaltenden Moränenrücken Finnlands entstanden während der späten Eiszeit, vor ungefähr 10.000–12.000 Jahren, in Folge der Schmelzwasseraktivität des kontinentalen Gletschers. Die Schmelzwasser spülten und sortierten das Gesteinsmaterial aus der Unterseite des Gletschers, wodurch tiefe, beinahe symmetrische Schichten entstanden, die Sand und Kies enthalten.

“Praktisch in allen Böden und Felsen Finnlands ist Grundwasser enthalten. Dennoch befinden sich die Grundwasserressourcen mit der besten Qualität, die sich für eine gemeinschaftsweite Wasserbeschaffung eignen, hauptsächlich in den Gletscherflussformationen und in den Grenzformationen. Genau wegen dieser Moränenrücken sind die Grundwasserressourcen Finnlands so groß. Ungefähr ein Kubikmeter pro Person und Tag stammen aus den erneuerbaren Grundwassern der Moränenrücken”, sagt der Spezialist Miikka Paalijärvi der Geological Survey of Finnland (GTK).

Die Bedeutung reinen Wassers wird in der Zukunft zunehmen. Die UN schätzt, dass bis 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung unter einem Mangel an sauberem Wasser leiden wird. Schon jetzt wird in 60 % der europäischen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern das Grundwasser schneller verbraucht, als es entstehen kann.

2003 hat die UNESCO weltweit die Wasserressourcen untersucht und in ihrem Bericht festgestellt, dass die Qualität der finnischen Wasserressourcen zu den besten der Welt zählt. Das Wasser von 80 % der Seen ist von guter oder ausgezeichneter Qualität. Die Grundwasserressourcen sind groß und sauber. Die Stadt Lohja am Lohjanharju (Lohja-Moränenrücken) ist ein Beispiel hierfür. Lohjanharju ist der westliche Teil des ersten Salpausselkä-Moränenrückens. Die Stadt mit weniger als 50.000 Einwohnern verfügt über neun Grundwasserentnahmestellen in der Lohjanharju-Gegend. Das Wasser von sieben dieser Stellen wird ohne Aufbereitung als Trinkwasser verwendet. Die Stadt Lahti, in einem anderen Moränengebiet, ist ebenfalls für ihr ausgezeichnetes Leitungswasser bekannt, das reines Grundwasser ist.

In Finnland gibt es ungefähr 6.000 Grundwassergebiete, die täglich über fünf Millionen Kubikmeter Grundwasser bilden. Obwohl mehr als 60 % des Wassers, das von Wasserversorgungsanlagen verteilt wird, Grundwasser ist, werden weniger als 15 % der erneuerbaren Grundwasserressourcen verwendet.

“Das hochwertigste Moränen-Grundwasser existiert in der Regel in großen Inlandsformationen, wie den Salpausselkä-Moränenrücken. In den hochgelegenen, großen Inlandsmoränenrücken ist der Sauerstoffgehalt des Grundwassers meistens gut und der Eisen- und Mangangehalt verhältnismäßig gering. Wenn die Aufhaltezeit des Wassers in der Formation ausreichend ist, sind die Eigenschaften des Wassers ebenfalls ausgeglichen. Einige Salze und Mikronährstoffe werden im Wasser gelöst und auch der pH-Wert und die Pufferkapazität gegen Übersäuerung nehmen in der Regel etwas zu”, sagt Paalijärvi.

“Die Moränenrückenformationen sind daher die wichtigste nutzbare Grundwasserressource Finnlands, die niemals völlig durch Gesteinsgrundwasser ersetzt werden kann.”

Der Moränenrücken aus Kies und Sand filtert Verunreinigungen heraus

Die Kiikku-Quelle in Hollola, in der Gegend des ersten Salpausselkä. Laut dem finnischen Umweltinstitut gibt es mehr als 32.000 Quellen in Finnland. (Vesitalous magazine 4/2014).

Regenwasser wird als Sickerwasser durch den Kies und den Sand der Moränenrücken gefiltert und trifft letzten Endes auf die undurchdringbare Gesteinsbasis, wo es zu Grundwasser wird.

“Die große Nachhaltigkeit von Grundwasser als Trinkwasser basiert unter anderem darauf, dass es von Verschmutzungen gereinigt wird, während es langsam durch die Bodenschichten sickert und gleichzeitig besser vor Schmutz geschützt ist als Oberflächenwasser. Zudem lösen sich im Wasser zahlreiche Mikronährstoffe, die für die menschliche Gesundheit förderlich sind. Obwohl es deutliche Unterschiede in der Qualität der Grundwasser gibt, ist die Qualität landesweit im Allgemeinen gut”, sagt Paalijärvi.

“In Finnland gibt es mehrere hervorragende Grundwasserspeicher, deren Qualität die Anforderungen für Trink- und Haushaltswasser erfüllt. Das Grundwasser in finnischen Böden ist in der Regel leicht sauer, sehr weich und enthält nur wenig Salz.”

“Zur Reduzierung von Risiken werden finnische Grundwasser auch geschützt, indem die Nutzung der Grundwasserbereiche und die Entnahme von Grundwasser streng reguliert werden. In Übereinstimmung mit nationalen Vorschriften ist die Veränderung oder Verschmutzung von Grundwasser strengstens verboten. Die finnische Gesetzgebung und die aktive Verwaltung und Erforschung von Grundwasserressourcen zielen drauf ab, die Qualität, die Menge und die Nutzbarkeit von Grundwasserressourcen auch in ferner Zukunft sicherzustellen.”

Quellwasser der Moränengebiete

Die Moränenrücken sind Teil der finnischen Seenlandschaft. Grenzformationen mit bis zu 600 Kilometern Länge durchziehen Finnland. Die südlichste von ihnen, der ersten Salpausselkä, bildet die Grenze der finnischen Seenlandschaft. Die finnischen Moränenrücken, Überbleibsel der Eiszeit, speichern in ihrem Inneren große Grundwasserreserven. Das Bild zeigt Kaukolanharju im Saari-Nationalpark, in Tammela, das zur dritten Salpausselkä-Zone gehört.

In den Gegenden der finnischen Moränenrücken gibt es zahlreiche gute Quellen, aus denen sauberes Wasser, das durch Bodenschichten gefiltert wird, an die Oberfläche sprudelt. Das Quellwasser von Hartwall‘s Novelle und das Wasser von Eden Springs stammen aus der Quelle der Karhukangas-Moräne, in Karijoki, Südösterbotten. Das Alter der Quelle wird auf ungefähr 8.000 Jahre geschätzt. Karhukangas zählt zu den Gegenden mit dem besten Quellwasser, da das Os dort besonders dick ist. Finn Spring entnimmt sein Wasser aus Syrinharju, Lestijärvi. Diese Gegend ist für ihre zahlreichen Grundwasserressourcen bekannt. Die Quelle, die von Polar Spring genutzt wird, befindet sich in der zweiten Salpausselkä-Gegend, am südlichen Ende der finnischen Seenplatte.

Das Quellwasser, das Polar Spring abfüllt, kommt direkt durch eine geschlossene Pipeline aus der Polar-Spring-Quelle, die 200 Meter von der Abfüllanlage der Firma entfernt ist. Niilo Pellonmaa, der Geschäftsführer von Polar Spring Ltd, hebt hervor, dass Polar Spring bei der Abfüllung des Wassers keine Chemikalien verwendet.

“Das Wasser wird nur mit mechanischen Filtern gefiltert. Daher kann ich das Wasser, das wir abfüllen, als natürliches Wasser bezeichnen”, bemerkt Pellonmaa.

“Die Polar-Spring-Quelle in der Gegend des Salpausselkä-Moränenrückens ist ein sehr sauberer Wasserspeicher. Vor dem Abfüllen wird das Wasser mit mechanischen Filtern gefiltert. Die Dichte der Filter, die wir nutzen, beträgt 0,2 Mikrometer. Ein menschliches Haar ist etwa 250-mal dicker. Die Dichte liegt somit bei etwa einem Fünfzigstel eines menschlichen Haares. Obwohl die Filter so fein sind, müssen sie nur einmal pro Jahr gewechselt werden und selbst dann sind sie noch nicht verstopft. Die Hersteller der Filter können das kaum glauben.”

Pellonmaa ist stolz auf die Reinheit der Böden im Gebiet der Polar-Spring-Quelle.

“Das Wasser kommt in Form von Regen und Schnee in das Gebiet der Moränenrücken, wo es nur Wälder gibt.”

“Das Wasser von Polar Spring wird von der Natur gefiltert. Das Os ist ein guter Filter. Natürliches Wasser ist wie Wein. Das Wasser jeder Quelle ist anders zusammengesetzt. Es ist sehr wichtig, die Zusammensetzung des Wassers zu kennen. So weiß man, was man trinkt und welches Wasser man mag.”

Kalle Rajakangas trinkt Wasser aus der Moränenlandschaft hinter ihm. Es wird gefiltert, sonst aber nicht weiter aufbereitet. Polar Spring exportiert sein Wasser beispielsweise nach China.

Das Wasser von Polar Spring wird auf den Flügen von Finnair getrunken und auch exportiert, beispielsweise nach China.

Als Unternehmen nutzt Polar Spring seine Quelle auf nachhaltige Weise. Nur die notwendige Menge an Wasser läuft für die Abfüllung durch die Pipeline. Die Quelle verfügt über ein Überlaufrohr, sodass die Quelle das Wasser in die Natur zurücksprudelt, wenn die Abfüllanlage nicht in Betrieb ist.

“Unser wichtigstes Ziel ist es, das Wasser so abzufüllen, dass sich seine Eigenschaften nicht ändern. Das Wasser wird gefiltert, aber es wird nichts zugesetzt oder aufbereitet. Das in PET-Flaschen abgefüllte Wasser ist ebenso naturbelassen wie das Quellwasser”, sagt Kalle Rajakangas, Bezirksmanager von Polar Spring.

Der Fund einer guten Wasserquelle kann mit einem Erzfund verglichen werden. Die Fördermenge einer guten Wasserquelle muss ziemlich groß sein, um auf nachhaltige Weise wirtschaftlich nutzbar zu sein. Außerdem muss die Wasserzusammensetzung unabhängig vom Jahr und den Jahreszeiten stabil bleiben. Gutes, natürliches Wasser ist der König aller Getränke.

Ari Turunen, 1.6.2017. Uptopoint.fi

Finnische Böden

 

“Ich will das Wasser, das wir abfüllen, als natürliches Wasser bezeichnen”

Top 10 der Länder mit den besten Wasserressourcen der Welt

  1. Finnland, 1.85
  2. Kanada, 1.45
  3. Neuseeland, 1.43
  4. Großbritannien, 1.42
  5. Japan, 1.32
  6. Norwegen, 1.31
  7. Russland, 1.30
  8. Südkorea, 1.27
  9. Ruotsi, 1.19
  10. Schweden, 1.13

2003 hat die UNESCO festgestellt, dass die Qualität der finnischen Wasserressourcen die beste der Welt ist. 60 % des Trinkwassers ist Grundwasser. Laut der UNESCO stehen einer Milliarde Menschen nur verunreinigtes Wasser zur Verfügung. (Water for People, Water for Life. The United Nations World Water Development Report, UNESCO and Berghan Books, 2003)

2003 hat die UNESCO festgestellt, dass die Qualität der finnischen Wasserressourcen die beste der Welt ist

 

The Geological Survey of Finland (GTK)
Die GTK ist eine Fachorganisation des Ministeriums für Wirtschaft und Beschäftigung. www.gtk.fi

Polar Spring
www.polarspring.com